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Spätkapitalistische Revolution im Schatten der Corona-Pandemie

Das Großkapital könnte die Corona-Pandemie als weltweites Konjunkturprogramm für den Raubtierkapitalismus und für die Kapitalkonzentration mißbrauchen. Das Finanzkapital will, daß alle fiskalpolitischen Maßnahmen, die während der Corona-Pandemie getroffen werden, in ihre Hände spielen. Ziel dieser Revolution ist es, das spätkapitalistische System zu stabilisieren, die Rendite des Großkapitals zu konsolidieren, die Finanzmärkte zu stimulieren und den Leitzins anzuheben.

Die gesunden Unternehmen werden die Corona-Depression überleben, das deuteten Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bereits an. Alle anderen Unternehmen läßt man wohl über die Klippe springen. Der Markt wird im Interesse der stärksten Großkapitalisten bereinigt.

Die dadurch frei werdenden Umsätze und Gewinne kommen denen zu gute, die Kapitalstark genug sind, aus dieser Krise im wahrsten Sinne des Wortes Kapital zu schlagen.

Weil das Kapital international ist, läßt sich so ein Konjunkturprogramm nicht nur in einigen Ländern organisieren, sondern es nützt nur dann etwas, wenn alle Länder betroffen sind. Diese Revolution wurde offenbar generalstabsmäßig geplant.

Das Ziel dieser Revolution: Die Zinsen sollen steigen, die Nullzinspolitik der Zentralbanken endlich enden. Das Problem der Kapitaleigner bisher: Das akkumulierte Kapital stand den Unternehmen grenzenlos zur Verfügung, aber es wurde nicht abgerufen. Dieser enorme Kapitalstau belastete die Großkapitalisten und wird durch Corona-Folgen nun gelöst. Gleichzeitig können Überkapazitäten abgebaut werden.

Durch den Schock, dem die Unternehmen aufgrund der Corona-Hysterie aussetzt sind, werden die Unternehmen genötigt, wieder Kredite aufzunehmen. Die Banken können sich wieder dumm und dusselig verdienen. In zwei Jahren könnte es wieder einen Basiszinssatz von fünf oder sechs Prozent geben.

Damit einhergehend wird es auch wieder eine Inflation geben. Die Kapitaleigner können sich durch die Inflation wieder viel schneller refinanzieren. Unternehmen werden die Kosten für Zinslasten an die Verbraucher weiterreichen. Die negativen Folgen der Finanzpolitik werden der Corona-Krise untergeschoben.

Auch der durch Nullzinsen und Kleinanleger-Zugang überhitzte Aktienmarkt wird nun im Interesse des Großkapitals bereinigt. Sobald der Aktienwert von börsennotierten Unternehmen wieder dem Substanzwert der Gesellschaften entspricht, werden Millionen von Kleinanlegern um ihre Ersparnisse betrogen worden sein, in weit größerem Ausmaße als dies zu Zeiten des Absturzes der T-Aktie der Fall war.

Dies wird eine Agenda 2010 reloaded. Eine weitere Aushungerung des Volkes. Die Republik wird nach dieser Phase anders sein. Unter dem Druck der Corona-Panik werden Dekrete und Verordnungen entlassen, die keiner ad hoc lesen, verstehen, nachvollziehen oder prüfen kann. Alles ist rechtsverbindlich, aber nichts ist rechtsbindend.

Es werden Steuererhöhungen durchgesetzt werden können, die von der Bevölkerung unter den Schwaden des Corona-Nebels widerspruchslos hingenommen werden.

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Martin Lejeune

Martin Lejeune

Martin Lejeune is a freelance journalist, correspondent, political analyst and photographer based in Berlin, Germany

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